Ich bin Autist. Ich bin anders. Ich lebe damit offen und ehrlich. Die Gesellschaft will indes, dass ich mich ihr anpasse. Dies kostet mich massiv Energie. Dies interessiert die Mehrheit der Politiker nicht. Sie reden über Inklusion, meinen aber Exklusion. Was das mit Dir zu tun hat? Viel.
Heute ist Tag der Autisten. Und die anderen 364 Tage? In diesen sollen die Autisten, bitte schön, sich der Gesellschaft anpassen. Ja nicht auffallen. Schön brav im Hamsterrad der Gesellschaft funktionieren. Sich ihr anpassen, ihr unterordnen und sich ja nicht auffällig verhalten. Wenn doch, dann stören wir. Klingt hart, ist aber so. Der kommende Text will nicht nur mit einem Vorurteil aufräumen, sondern auch Verständnis schaffen. Denn Autisten, wie ich, funktionieren, brauchen aber viel Freiraum um ihre Stärken ausspielen zu können. Viele Betroffene schweigen daher lieber über dieses Thema oder blenden es aus. Nicht jeder Autist kann so offen mit seiner Neurodivergenz umgehen, wie ich dies tue. Ich lade Dich ein, ein Teil meines Alltages zu sein um zu sehen, dass es für uns nicht einfach ist so zu leben.
Stell Dir vor, Dein Wecker klingelt um 7 Uhr morgens. Völlig verschlafen suchst Du nach dem Wecker, stellst ihn ab, drehst Dich um und schläfst wieder ein. 30 Minuten später wieder das Gleiche. Und so geht es bis um 8:30 Uhr. Dann erst kannst Du Dich mit Mühe aus dem Bett wälzen. Nicht, weil Du nicht gut geschlafen hast, sondern weil Deine Energie am Morgen immer noch tief ist. Nun sagst Du Dir sicher, das kenne ich auch. Das habe ich auch. Das ist normal. Ja, es scheint normal zu sein. Nur für einen Autisten ist dies Schwerstarbeit, seine Struktur zu starten, den Tagesablauf zu beginnen und dann die anderen Alltäglichkeiten zu bewältigen. Das Schleppen zur Kaffeemaschine, das Rattern dieser, das Greifen nach einem Joghurt, das Vorbereiten des morgendlichen Müeslis. Und dann steht auf einmal die Tasse nicht am gleichen Ort, das Joghurt im Kühlschrank ist nicht auf der rechten Seite, genau nach Sorten sortiert, der Löffel ist nicht in der rechten Geschirrschublade, sondern an einem anderen Ort. Oder Du hast die Küche am Abend nicht sauber hinterlassen und Du siehst einen kleinen Brotkrümmel auf der Anrichte. Dein Kopf schreit dabei im Dauerzustand: Wie kam es dazu? Wieso ist es nicht dort wo es sein soll? Wo habe ich dies hingelegt? Das Chaos überfordert mich.
Ein Brotkrümmel auf der Anrichte und der Tag ist im Eimer
Endlich hast Du alles beisammen. Du schlurfst an Deinen Computer um die Mails zu überfliegen, die neusten Nachrichten aus der Nacht zu lesen oder zu sortieren. Dabei trinkst Du Deinen Kaffee, löffelst das Joghurt, das mit dem Müesli in Deiner Schale endlich vermischt ist. Dabei stolperst Du über einen Artikel. Du liest ihn. Während des Lesens merkst Du: Da stimmt was nicht. Das kann nicht so sein. Hektisch beginnt Dein Kopf zu sortieren, zu rotieren, zu Verknüpfen, zu analysieren und zu interpretieren. Der Text passt nicht zur Überschrift. Die Fakten stimmen nicht. Weil Du gelesen hast, dass im Gesetz xy der Artikel a genau das Gegenteil sagt. Es beginnt Dich zu nerven. Und dies innerhalb von Sekundenbruchteilen.
Vielleicht ist das für Dich immer noch normal. Denn auch Du erlebst dies sicher das eine oder andere Mal. Bei mir? Zu 90 % bei jedem Artikel. Nicht, weil ich es besser weiss. Sondern weil ich anders denke. Ich verknüpfe beim Lesen schneller, sehe Zusammenhänge, welche für andere Menschen, wir nennen sie übrigens Neurotypisch, noch nicht zu fassen sind. Ich gebe Dir ein Beispiel. Für viele Menschen in Europa sind Menschen auf der Flucht einfach Menschen, die nicht nach Europa gehören. Diese Meinung darf man haben. Darüber darf man diskutieren. Damit habe ich kein Problem. Bei mir indes geschieht beim Lesen der Überschriften etwas anderes. Ich beginne Fragen zu stellen:
- Wieso reagieren wir so?
- Woher kommt dieser Widerstand?
- Weshalb können wir nicht akzeptieren, dass es vielen Menschen schlechter geht, als uns?
- Wieso sehen wir sie nicht als Ressourcen?
- Weshalb sehen wir sie als Bedrohung?
- Fragen wir uns auch, ob wir mitschuldig sind an deren Flucht?
- Wieso sind sie geflüchtet?
- Wer lieferte die Waffen?
- Wieso haben wir nicht genug geholfen bei dieser Hungersnot, Dürre oder diesem Krieg?
- Wo ist der Mensch hinter dieser Geschichte?
Nun stell Dir vor, dass dies bei mir innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde geschieht. Unbewusst
Das ermüdet. Das ist mentaler Overflow in Sekundenbruchteilen. Und dabei ist mein Tag noch keine 30 Minuten alt.
Endlich kommt der Teil des Tages, der für mich bestimmt, wie der Tag wird. Der Spaziergang mit meinem Hund. Auch hier habe ich wieder meine feste Routine. Ich gehe zum Schuhgestell, fasse meine Schuhe, gehe auf meinen Stuhl und ziehe sie an, immer den rechten zuerst, dann die Schnürsenkel festziehen, dann den Linken, Schnürsenkel wieder festziehen. Dann Watschle ich zu meiner Jacke, ziehe diese an. Gehe zurück an den Computer, weil ich den Bildschirm ausschalte. Dann will ich gehen. Aber - die Leine ist nicht dort wo sie hingehört. Oder sie ist dort, aber nicht so angehängt wie sie sein soll. Stress. Es ist nichts so wie es sein soll.
Dann will ich die Tür öffnen. Aber sie ist abgeschlossen. Dies mache ich normalerweise nie. Nächster Stress Faktor.
Ich laufe zum Lift, drücke auf den Knopf. Dieser will und will nicht kommen. Ich werde nervös - Habe ich nicht gedrückt? Doch habe ich. Aber wieso dauert dies heute Morgen so lange? Ungeduld wächst in mir. Und wenn der Aufzug denn da ist, bin ich froh drin zu sein. Und dann ein abrupter Stopp auf einer Etage. Jemand will einsteigen. Massiver Stress für mich. Nicht, dass ich keine Menschen mag. Aber in einem Lift mit mehr als mir und dem Hund ist eine Person zu viel. Wenn sie mir nicht bekannt ist. Der Stresslevel? Maximal.
Mit fremden Menschen im Aufzug - Für andere normal, für mich maximaler Stress
Ich verlasse nun den Fahrstuhl. Weil ich immer nett sein will, wünsche ich der anderen Person einen guten Tag. Auch das ist maximaler Stress. Nicht, weil ich das Grüssen doof finde, oder das Verabschieden. Es liegt mir nur einfach nicht. Ich kann der Person nicht sagen, du hast meine Morgen Routine gestört, verpiss dich. Oder würdest Du dies sagen? Wohl kaum.
Nun setze ich meine Kopfhörer auf. Endlich. Ich will Musik hören. Doch dieser ist noch nicht mit meinem Gerät verbunden. Ich habe ihn noch nicht gestartet. Nächster Stress. Wieso dauert das heute Morgen eine Ewigkeit? Verdammt mach. Endlich. Ich kann die Musik starten. Doch dann - ich bin nicht verbunden mit Spotify. Bin nicht online. Hektisch trete ich einige Schritte nach vorne. Von Links nähert sich ein Auto, da der Parkplatz direkt vor unserem Ausgang ist. Doch ich achte nicht darauf. Ich bin immer noch am Fluchen, weil die Verbindung zum Kopfhörer, meinem Smartphone und meiner Musik nicht funktionieren will. Ich bin jetzt im maximalen Stress, ein Unsicherheitsfaktor für den Autofahrer. Für mich und für meinen Hund.

Ich entschuldige mich. Lächle den Autofahrer an und zucke mit der Schulter. Dabei denke ich aber, welcher Idiot, hier mit diesem Tempo auf einen Parkplatz zu fahren, wo sich Menschen bewegen. Doch sagen? Nie und nimmer. Ich bin ja der Schuldige. Ich habe ja nicht aufgepasst, dabei war ich nur so sehr in meiner Welt, dass ich dies nicht merkte.
Endlich steht meine Verbindung mit Spotify. Aber was will ich hören? Blues, Gospel, Hip-Hop, Beethoven, Metallica oder doch lieber ein Musical? Ach manno. Wieso immer diese vielen Auswahlmöglichkeiten. Es überfordert mich erneut. Hektisch entscheide ich mich heute Morgen für Pink Floyd. Dabei merke ich nicht, dass ich bereits den Fussgängerstreifen erreicht habe. Währenddessen mein Hund sein Revier markiert, sich Zeit lässt. Doch, ich merke es schon. Denn auch ich halte unbewusst an. Ich mache es einfach, weil ich meine Musikauswahl noch nicht getroffen hatte.
Nun werde ich wieder unruhig. Mach endlich, denke ich über meinen Hund. Ich will die Strasse queren. Doch dann kommt ein Auto, sieht mich am Strassenrand stehen. Es hält nicht an. Nächster Stressfaktor. Wieder fluche ich innerlich. Wieder ein Rowdy, der mich sah, aber nicht angehalten hat. Wieder bin ich geladen.
Endlich sind wir beide, der Hund und ich, nach knapp 5 Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorgekommen sind, auf unserem Spaziergang. Vertieft in meine Musik, Money von Pink Floyd läuft, flaniere ich dem Weg entlang. Beobachte die Umgebung, sehe hier hin und da hin. Auf einmal blicke ich zurück. Ok, unser Labrador hat sich ein Bad gegönnt. Innerlich schäume ich vor Wut darüber. Denn ich weiss genau was dies bedeutet. Abrubbeln, wenn wir zurück in der Wohnung sind. Und da ein Hund dabei Hunde Dinge macht und das nicht schön findet, bereite ich mich bereits mental darauf vor, dass ich wieder einen Konflikt mit ihm haben werde. Weil er sich immer wieder davon schleichen will.

Endlich kann ich mich etwas gehen lassen. Keine Entscheidungen mehr. Ich geniesse das Laufen auf dem Weg, sehe die Veränderungen. Oh, der Biber war letzte Nacht sehr aktiv. An vielen Uferstellen sehe ich, dass er gearbeitet hat. Ich zücke mein Smartphone, fotografiere die Stellen. Laufe weiter. Denn zwei Enten Männchen, Erpel, die sich von ihren Brütenden Weibchen entfernen, um von ihnen abzulenken. Ich kenne die beiden seit Jahren. Bilde ich mir ein. Aber sie erwischen mich nicht. Ich scanne das Ufer. Sehe ich ihre Weibchen? Sehe ich, wo sie genau brüten? Gar nicht so einfach bei deren Tarnung. Und doch glaube ich sie gesehen zu haben. Ich bleibe kurz stehen. Warte auf eine Bewegung. Und sehe sie. Ja, genau, dort brütet sie. Sie hat nur kurz die Flügel etwas ausgeschüttelt. Genug, damit ich genau sah, wo sie war. Und kaum merklich. Ich sah sie. Wieder einmal.
Für mich ist fast immer Herbst oder Winter - Der Gedankennebel sitzt hartnäckig
Der Weg geht weiter, der Kulminationspunkt ist erreicht. Doch, wo ist der Hund? Ich blicke zurück. Ich sehe ihn nirgends. Hektisch schaue ich mich um. Wo steckt er wieder? Habe ich ihn verloren? Mann, wieder so eine Situation. Ich merke, ich bin überfordert… Da biegt er um die Ecke und schaut mich fragend an. So als wolle er sagen: “Mensch, ich war immer da. Kein Stress.” Erleichtert atme ich durch. Meine Sicherheit mit ihm kehrt wieder in mich zurück. Beruhigt gehen wir weiter des Weges, den wir noch vor uns haben.

Nun kommt einer der langweiligsten Teile der Strecke. Entlang der Bahnstrecke geht es zurück zum Ausgangspunkt. Die bisher wilde Natur, Biber, Enten, Bach, Weiher, Teich und ein kleines Wehr, verschwindet hinter mir. Ist Geschichte. Bis zum nächsten Tag.
Der Weg biegt ab an den Bahndamm. Im Sommer herrscht dort brütende Hitze, jetzt im Frühling, etwas Biese, etwas Kälte - aber freier Blick über das Feld zu den Gestrüppen welche die beiden Bäche umrahmen. Im Winter oder im Herbst ist dies der Punkt, an welchem ich mich gehen lassen kann. Weil dann oft Nebel ist. Nebel oder Dunst der sich mit meinem inneren Ich vereinigt. Sanftheit umfliesst mich. Und mein Hund? Der macht einfach Hunde Dinge. Aber wenigstens kann ich ihn sehen.
Der Weg geht nun unter einer Bahnunterführung weiter. Ein letzter Blick in den Wald auf der linken Seite. Blicke ich nach vorne sehe ich eine kleine Firma vor mir. Auch dort. Wieder Menschen. Sie arbeiten, sie haben einen Auftrag. Ein Gedanke schiesst mir durch den Kopf: Wieso kann ich das nicht mehr? Wieso geht es nicht mehr?
Ich blicke auf meine aktive Arbeitszeit zurück. Dann wird mir vieles klar. Es ging nicht mehr. Die Gesellschaft hat mich überfordert. Jahre lang am Maskieren, am Anpassen, am Korrigieren, am Aufpassen, was ich sage. Dazu das ständige Überlegen was ich sagen darf und was nicht. All dies kostet Kraft.
Doch zurück zu meinem Spaziergang. Unterdessen quere ich über eine Brücke den Fluss, welchen ich bei meinem Hinweg auf der rechten Seite hatte. Noch wenige Meter. Dann bin ich wieder zu Hause. Endlich, denke ich. Um mit dem nächsten Blick auf den Hund festzustellen, dass ich gleich wieder Stress haben werde. Mit abtrocknen. Wieder muss ich den Fahrstuhl betreten. Wieder diese Stelle die ich nicht wirklich mag. Doch dieses Mal geht alles gut. Auch den Parkplatz kann ich ohne Probleme und innerliches fluchen überqueren.

Ich öffne die Wohnungstür. Setze mich auf den Stuhl neben unserem Schuhschrank. Ziehe zuerst den Linken aus, dann den Rechten. Nicht umgekehrt. Sonst wäre ich wieder im Stress. Dann hänge ich meine Jacke auf. Und der Hund? Der wartet geduldig, meistens, bis ich so weit bin. Ich schlüpfe in meine Hausschuhe, nehme das Badetuch und lege es über ihn um ihn trocken zu rubbeln. Ja nicht zu hart, aber auch nicht zu weich. Er will sich meiner fordernden rubbelnden Hand entziehen. Wir beginnen zu streiten. Ich werde unruhig. Wieso kannst Du nicht einfach stehen bleiben? Wieso haust Du immer wieder von meinem Stuhl weg, dass ich fast von der Sitzfläche auf den Boden fallen würde, wenn ich nur einen Zentimeter nach vorne rutsche? Ich fluche ihn an. Motze ihn an - Bleib stehen schreie ich innerlich. Und doch gibt er mir Sicherheit.
Endlich zu Hause - Was steht nun an?
Dann, endlich, ist auch dies erledigt. Erschöpft setze ich mich auf meinen Bürostuhl. Und nun, was will ich machen? Tausende Gedanken schiessen in meinem Kopf in Sekundenbruchteilen durch mein innerliches Auge. Dann ein Blick auf meine Kärtchen die ich vor mir habe. Dort steht, was ich heute machen möchte. Doch ich kann nicht. Ich bin blockiert. Jeden verdammten Tag.
Ich mache das, was ich seit Jahren immer gleich mache. Ich warte. Bis ich angekommen bin. Körperlich bin ich zwar in der Wohnung. Geistig bin ich noch nicht da. Ich bin noch auf dem Spaziergang.
Dies dauert. Ich kann einfach nicht von jetzt auf Konzentration schalten. Das geht nicht. Das ist und war nie meine Art. Auch in der Schule nicht. Bis ich in der Lektion war, die wir hatten, sei es Rechnen, Französisch oder Geschichte, egal was, war meistens schon die halbe Stunde durch. Meine Gedanken kreisten auch dort immer wieder hin und her. Und wenn ich dann endlich drin war, war die Stunde schon durch. Und bei der nächsten? Wieder das gleiche Spiel. Wieder Überforderung zum neuen Thema. Wieder anpassen, wieder reagieren statt agieren. Wieder anpassen, aufpassen konzentrieren - es ging nicht. Ich bin anders verkabelt im Kopf. Und der Lehrer? Mal konnte er damit umgehen mal nicht. War ich deshalb schwierig? Nein, einfach anders.

Und später, im Beruf? Auch da. Ich war zwar da, körperlich. Aber geistig? Immer an anderen Dingen. Immer abgelenkt. Und wen ich dann in einem Grossraumbüro arbeiten musste? Da war ich hoffnungslos Überfordert. Und doch habe ich funktioniert. Ich habe mich angepasst. Bis zu diesem Tag an dem ich zusammengebrochen bin. Ich konnte nicht mehr.
Ich konnte nicht mehr. Nicht, weil ich nicht wollte. Sondern weil meine Energie mit dem ständigen Maskieren, verdrängen, anpassen, funktionieren, einfach nicht mehr reichte. So funktionieren wir Autisten nicht. Nicht, weil wir nicht wollen, nicht, weil wir uns nicht zusammenreissen können. Nicht, weil wir Neurotypisch sind. Sondern weil wir andere Strukturen brauchen. Andere Strukturen bedingen auch, dass man uns Freiräume gibt. Keine starren Arbeitszeiten. Keine 08/15 Jobs, in die wir gepresst werden. Denn dann bricht unser System. Nicht schnell, sondern langsam. Über Jahre. Weichgekocht. Weichgeklopft. Wir müssen funktionieren.
Politik oder Arbeitgeber müssen Freiräume schaffen
Die Politik, der Arbeitgeber? Dein Arbeitskollege? Er sieht dies nicht oder kann es nicht sehen, weil Du ihn nicht daran Teilhaben lassen willst. Denn Du willst gerade dies nicht. Dass er sich über Dich und Deine Arbeitsweise lustig macht. Dich hänselt. Oder vielleicht bildest Du Dir dies nur ein? Ich weiss es nicht. Ich weiss nicht wie Du tickst. Ich bin mir jedoch bewusst, dass mein System anders funktioniert als Deines. Deshalb kann die Politik, die Gesellschaft, nicht mit mir umgehen. Das ist kein Urteil über Dich. Denn Du funktionierst anders als ich. Und das ist gut so. Für Dich. Aber für mich?
Es ist kompliziert. Deshalb sage ich im Titel auch: Ich bin Autist - Aber es interessiert Dich nicht. Weil Du meine Art des Denkens, des Fühlens, der Wahrnehmung nicht nachempfinden kannst. Nicht, weil Du nicht willst. Sondern weil ich Dich vielleicht nicht daran Teilhaben lassen kann. Weil es mich viel Energie kostet, mich Dir gegenüber zu öffnen. Weil ich dann weiss, dass ich wieder maskieren werde. Nicht, weil ich das will. Sondern weil dies mein System ist, welches seit Jahrzehnten so funktioniert. Dies ist, wie wenn Du als Mac User einem Windows User erklären willst, was der Unterschied der Betriebssysteme ist.
Ich kann aber mit keinem dieser Systeme funktionieren. Ich arbeite mit Linux. Wir haben einfach ein unterschiedliches Betriebssystem. Verstehst Du mich nun besser?
